Auch wenn wir vorwiegend Rottweiler haben, sind Fremdhunde bei uns willkommen.
Hier vier Beispiele:


Der American Akita

Heute wird der American Akita hauptsächlich als imposanter Wach- und Begleithund, aber auch als Jagd-, Polizei- und Meldehund verwendet.

Er ist in seinen, durch züchterische Selektion zu erwartenden Verhaltensweisen, geprägt von sehr starker Selbstbestimmtheit und der Eigenschaft autonom zu agieren, gefügig demjenigen gegenüber, der sich als souveräner Träger von Entscheidungen zum Wohle des Sozialverbandes, in welchem der American Akita lebt, in Erinnerung gebracht hat.
Manchmal sind American Akita aber auch stürmisch; vorsichtig, anhänglich, klug und mutig,
in diesem Kontext hat er jedoch seine Aggressivität, speziell gegenüber (gleichgeschlechtlichen) Artgenossen, noch nicht völlig verloren.
Diese Eigenschaft kann mit anderen großen Hunden, welche sich bei Begegnung mit American Akita und/oder bei Unterschreitung der Individualdistanz nicht augenblicklich unterordnen zu massiven Problemen führen!

Ein American Akita ist nicht DER Hund, welchen man einfach so, auf der Hundewiese mitlaufen lassen kann.

Auch wenn man den American Akita seit gut etwas mehr als einer Dekade führiger und duldsamer züchtet, wird er eben diese Unduldsamkeit fremden, gleichgeschlechtlichen Hunden gegenüber, sowie seinen ausgeprägten Jagdtrieb, der von vielen Besitzern unterschätzt wird und bei ausbleibender, zielgerichteter Ausbildung, zur Katastrophe entarten kann, nicht ablegen.

Die Genetik kann man nun mal nicht bescheißen!

American Akita sind aufgrund ihrer ursprünglichen züchterischen Bestimmung, als eigenständig agierender Jagdhund zur Jagd auf wehrhaftes Großwild, eine äußerst autonom agierende Hunderasse, welche über einen sehr starken eigenen Willen verfügen. Die Haltung des American Akita ist deshalb nicht besonders einfach. Er braucht eine zuverlässige feste Meisterhand. Eine Bezugsperson mit starkem, eigenen Willen, die sich liebevoll, Konsequent – beibringend – aber auch mit dem rechten Maß zur Grenzsetzung mit dem American Akita beschäftigt.

In Amerika und Europa hat er zahlreiche Liebhaber gefunden und wird hier vornehmlich als sympathischer Begleithund gehalten.

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Der Australian Shepherd

Wer den Namen Australian Shepherd hört, vermutet natürlich gleich, dass die schöne Hunderasse aus Down Under, also Australien, kommt. Obwohl dies natürlich die naheliegendste Antwort ist, stimmt sie jedoch nicht. Der Aussie ist eine in den USA entstandene Hunderasse mit wenig bekanntem Ursprung.

Züchter und Liebhaber des Australian Shepherds rätseln darum gleichermaßen über die eigentliche Herkunft dieser Rasse und die ursprünglichen Hunde, die gekreuzt wurden, um den Aussie zu erhalten, wie wir ihn heute kennen.
Dabei ging es den ersten Züchtern weniger um das gute Aussehen des Hundes. Vielmehr war ein arbeitswilliger und kluger Hund gefragt, mit hervorragenden Hüteeigenschaften, der sich an das Leben und die Arbeit auf den Farmen und Ranches anpassen konnte. Dass der Australian Shepherd trotzdem ausgesprochen hübsch wurde und sich auch gerade wegen seiner vielfältigen Farbvarianten großer Beliebtheit erfreut, war eigentlich nur ein glücklicher Zufall.

Im frühen 19. Jahrhundert kamen gemeinsam mit den Einwanderern aus Europa und Australien auch reichlich Vieh, vor allem Merinoschafe, in die Vereinigten Staaten. Die Siedler ließen sich dabei zunächst überwiegend an der Ostküste der USA nieder und brachten neben Schafen und anderen Tieren auch ihre Hunde mit. Darunter selbstverständlich viele Hütehunde. Aus den verschiedenen zur Verfügung stehenden Vierbeinern wurden schließlich die mit den besten Eigenschaften gekreuzt, um robuste, intelligente und ausdauernde Hütehunde zu erhalten.

Einen einheitlichen Namen hatten die aus dieser “Zucht” resultierenden Hunde zu dem Zeitpunkt noch nicht. Manchmal wurden Sie schlicht Collie oder Shepherd genannt. Je nachdem woher die Siedler bzw. Farmer mit ihren Vierbeinern kamen, wurde die Länderbezeichnung dem Namen noch hinzugefügt. So gab es beispielsweise English Shepherds und eben auch Australian Shepherds.

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Der Bearded Collie

Der Bearded Collie erfreut sich einer Beliebtheit als liebenswerter Familienhund, der auf Spaziergängen immer bemüht ist, seine „Herde“ zu hüten oder sein Herrchen als sportlicher Kamerad beim Obedience, Flyball, Agility und weiteren sportlichen Unternehmungen erfreut. Es ist schon ein herrlicher Anblick, wenn einige Bearded Collies mit wehendem Haar über eine Wiese sausen und hinterher seelenvoll aus sanften, sprechenden Augen zu einem hochblicken – na, habe ich das nicht gut gemacht? Da schlägt das Herz eines jeden Hundefreundes höher. Mit seinem unverwechselbaren Charme ist der Beardie das perfekte Familienmitglied und der richtige Partner in allen Lebenslagen. Der Bearded Collie wird der FCI Gruppe 1, FCI Sektion 1 und Hunderassenummer 271 zugeordnet.

In den kargen Mittelgebirgen des nord- und südwestlichen Europas gedeihen nur noch die genügsamen Schafe, die mit zotteligen Hütehunden zusammen leben, deren harsches Fell gegen die Widrigkeiten von Wetter und Landschaft schützen. Über den Bearded Collie ist aus den Zeiten vor der Hunderasse Anerkennung wenig zu erfahren, da die Besitzer der Hütehunde, die Schäfer, nicht den wohlhabenden und gebildeten Schichten der Gesellschaft angehörten und so gut wie keine Aufzeichnungen vornahmen. Bis nach dem 2. Weltkrieg verloren sich die Spuren des Bearded Collies, weil sich kaum jemand für die hart arbeitenden Hütehunde interessierte. 1944 bestellte Mrs. Willison einen Sheltiewelpen, aber aus der erhaltenen Kiste kletterte ein braun-weißer Welpe, der für einen Mischling gehalten wurde. Diese Hündin bezauberte die Familie aber so, dass sie bleiben durfte. Mit 4 Monaten erkannte ein alter Schäfer den Bearded Collie in der Hündin und so ist es nur dem Zufall zu verdanken, dass diese Hunderasse wieder entdeckt wurde. Mit viel Mühen, aber auch durch ihren Fleiß und ihre Zielstrebigkeit gelang es Mrs. Willison eine Zuchtbasis aufzubauen. Zusätzlich hat sie Bearded Collie Hundezüchter motiviert, diese bezaubernde Hunderasse zu züchten und dadurch für den Fortbestand des Bearded Collies zu sorgen.

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Der Dogo Canario

Der Dogo Canario ist ein klassischer Molosser. Er ist Spross eines uralten und in dieser alten Form heute in Mitteleuropa nur noch selten anzutreffenden Hundetypes. Es sind äußert kräftige, bullige Hunde, die man auch heute noch als Molosser zusammenfasst. Sie wurden auf großen Anwesen, bei Rinderherden oder beispielsweise auf Handelsschiffen als Wach- und Schutzhunde eingesetzt, sie dienten als Treibhunde und als Jagdhunde auf Wildschweine oder Bären.

Aufgrund ihrer Kraft, ihres Mutes und ihrer Entschlossenheit wurden sie schon seit der Römerzeit als Kampfhunde in den Arenen des Tierkampfs missbraucht. Molosser haben einen imposanten Kopf mit einer eher kurzen Schnauze und langen Lefzen. Die Ohren werden meist hängend getragen. Der Perro wird in seiner Heimat noch heute alleine auf seine Arbeitsleistung hin gezüchtet. Perro bzw. Dogo Canario verkörpern daher mit großer Wahrscheinlichkeit noch recht genau den Molossertyp wie er in alten Zeiten verbreitet war.

Seit 1991 zählt er als „El perro de presa canario“ offiziell zu den Natursymbolen der Kanaren. Der Dogo Canario, Perro de Presa, Perro de Toro, Alano oder Presa Canario – alles Bezeichnungen für denselben Vierbeiner – ist ein eleganter Hund, der athletische Kraft ausstrahlt. Er ist ein sportlicher, muskulöser, langgezogener aber trotzdem typischer Molosser. Das Fell des Dogo Canario ist kurz, glatt anliegend und leicht glänzend. Bei den Farben ist eine breite Palette zugelassen von falb bis hin zu verschiedenen gestromten Kombinationen.

Der Dogo Canario ist ein ruhiger, ausgeglichener, selbstbewusster Hund. Er ist ein kraftvoller, wehrhafter Athlet, der seine Leistungsfähigkeit jederzeit zeigen kann. Er ist wie alle Molosser ausgesprochen gutmütig, nervenstark und hat eine hohe Reizschwelle. Er ist aber bewegungs freudiger und nicht so lethargisch wie die meisten der heute lediglich als Begleiter gezüchteten Molosser. Er ist ein unbestechlicher, furchtloser Wächter und Beschützer seiner Familie, ohne aus sich heraus aggressiv zu sein. Ruhige Erscheinung; aufmerksamer Blick. Er ist insbesondere geeignet als Wachhund. Sein Temperament ist ausgeglichen und er ist sehr selbstsicher. Tiefes Bellen. Er ist gelehrig und fügsam bei den Mitgliedern seiner Familie mit starker Bindung an seinen Herrn, kann aber Fremden gegenüber misstrauisch sein. Selbstsicheres Verhalten, stattlich und etwas distanziert. Bei Aufmerksamkeit ist seine Haltung sicher und wachsam.

Der Dogo eignet sich als Familienhund nur unter der Maßgabe, dass er gut sozialisiert, erzogen und körperlich ausgelastet ist. Einen Fakt muss man ebenfalls im Auge haben: Er gilt in den Bundesländern Bayern und Berlin-Brandenburg als „gefährlicher Hund„. In Staaten wie Dänemark muss man mit einer Beschlagnahme rechnen. Der Dogo Canario lässt sich gut erziehen, ist aber trotzdem kein Hund für Anfänger. Er ist intelligent, sehr sozial eingestellt und arbeitsfreudig. Aber zugleicht ist er sehr kraftvoll und durchsetzungsstark. Er ist im Zweifelsfall rein körperlich immer das stärkere Ende der Leine. Daher muss sein Herrchen oder Frauchen keinen Zweifel an der Führungsrolle lassen und das auf der Basis natürlich Autorität. Dann überlässt dieser Hund die Führungsrolle ohne Vorbehalt gerne seinen Zweibeinern. Aber sie muss eben ausgefüllt sein. Vor dem Kauf muss man sich bewusst sein, dass die restriktive Haltung des Staates eine Menge Probleme im Alltag und zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringen können. Der Dogo Canario ist ein großer und kraftvoller Hund, der in die Hand eines erfahrenen Herrchens oder Frauchen gehört.

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